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Natürlich fragt man sich, wenn alles nach langem Kampf für eine passende Schulform nun so positiv aussieht: wo sind denn eigentlich die Argumente, die gegen die Oberschule sprechen?
Warum wird das Modell Oberschule in der Presse, von bestehenden Schulformen, Verbänden usw angegriffen?
Ganz einfach: weil hier durch ein neues Gesetz Rahmenbedingungen geschaffen wurden, die für andere Schulformen nicht gelten. Als Beispiel nennen wir die Klassengröße und die Stundenzahl der Lehrer
1) Klassengröße/ Teiler: in einer Oberschule sind die Klassen auf 28 Schüler festgelegt. Ab 29 Schülern kann eine Klasse geteilt werden. Im Gymnasium und der Realschule sind es 32 Schüler, in der IGS und der Hauptschule 30 Schüler Eine normale Klasse an einem Winsener Gymnasium hat mindestens 30 Schüler, an der neuen IGS ab Sommer sind es 32 Angenommen, insgesamt 30 Schüler beginnen im Sommer auf der Oberschule im gymnasialen Zweig, dann hätte die Oberschule 2 Klassen mit je 15 Schülern. Das ist aber ein eindeutiger Vorteil für die Oberschule, denn in kleineren Klassen ist besseres Lernen möglich. Klar, dass andere Schulformen dagegen protestieren
2) Stundenzahl der Lehrer: im Gegensatz zu anderen Schulformen ist die Zahl der zu gebenden Unterrichtsstunden für Lehrer an der Oberschule vereinheitlicht.
3) Breite des Fächerangebotes: es wird argumentiert, dass in einem größeren Gymnasium ein breiteres Lehrangebot gegeben werden kann. Dazu ist zu sagen, dass alle Fächer, die als Pflichtfächer im Gymnasium angeboten werden, natürlich auch im gymnasialen Zweig einer Oberschule unterrichtet werden müssen und werden. Aber die Anzahl der Klassen bestimmt natürlich die Anzahl der Fachlehrer. Hier besteht kein Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Gymnasium: wer mehr Schüler hat, hat mehr Parallelklassen und logischerweise auch mehr Lehrer. Aber eben nicht mehr oder besseren Unterricht. Auch in den bestehenden Gymnasien gibt es Lehrer, die nur bis zur 10. Klasse unterrichten dürfen. Deshalb sind sie keine schlechteren Lehrer, sondern haben eine andere Ausbildung.
4) Bei den Wahlpflichtfächern ist es etwas anders: das Fach Spanisch zum Beispiel ist in ganz Niedersachsen Mangelfach, d.h. es gibt (noch) sehr wenige Lehrer, die es unterrichten. Diese werden bevorzugt an große Gymnasien geschickt. Aber auch Winsen hat für 2 Schulen gerade mal 3 Spanischlehrer. Darum können aus einem Jahrgang Gymnasiasten (ca. 270 Schüler in 2010) gerade mal 2 Klassen in 2011 Spanisch als zweite Fremdsprache wählen, das sind gerade mal 23,7% Das ändert sich auch nicht, wenn in Marschacht Gymnasiasten unterrichtet werden. Dort wird es momentan kein Spanisch geben können. Das ist dann aber genau so wie für die meisten Gymnasiasten in Niedersachsen.
5) An einem großen Gymnasium gibt es vielfältige AGs und sonstige (Betreuungs-)angebote. Diese Vielfalt kann eine kleinere Schule nicht bieten. Das ist und bleibt richtig. Eine kleinere Schule hat zwangsläufig weniger Angebote neben dem normalen Unterricht. Aber seien wir mal ehrlich: geht es uns um die Schulbildung unserer Kinder, oder darum, dass sie in der Schule betreut werden? Kinder, die wohnortnah Schule haben, können nämlich auch die vielfältigen Angebote von Sportverein, Freiwilliger Feuerwehr, Tyrker usw. wahrnehmen. Das könnten sie sonst nicht.
Oder die Kinder hätten einfach mehr Zeit zum Kindsein, zum Spielen, zum Zusammensein mit Freunden. Zählt das etwa nicht???
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